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Startschuss für den Interkommunalen Gutachterausschuss „Unteres Remstal“


Welchen Wert hat ein Haus oder ein Grundstück? Kommunale Gutachterausschüsse werten Kaufverträge und andere Daten zu Immobilien aus, erstellen Gutachten, Marktberichte und erarbeiten Grundlagen für Finanzgerichte sowie Steuerverwaltungen. Sie sorgen mit ihrer Arbeit für mehr Transparenz im Immobilienmarkt. Die Kommunen Fellbach, Weinstadt und Kernen fassen diese Aufgabe im Interkommunalen Gutachterausschuss „Unteres Remstal“ zusammen. Die Gründung des Ausschusses mit einer gemeinsamen Geschäftsstelle in Fellbach brachten die drei Bürgermeister am Montag, 9. März, mit ihrer Unterschrift auf den Weg.
 
„Wir benötigen mindestens 1000 Kaufverträge pro Jahr für eine gute Datenbasis“, erklärte Michael Scharmann, Oberbürgermeister von Weinstadt. Aus diesem Grund haben die drei Kommunen ihre bisherigen selbstständigen Gutacherausschüsse zusammengelegt. Die größere Datenmenge, die seit Februar 2017 auch gesetzlich gefordert wird, schafft mehr Rechtssicherheit und gibt die Möglichkeit, einzelne Verträge besser einzuordnen. Aus den Verträgen werden verschiedene Daten für die Wertermittlung von Gebäuden und Grundstücken abgeleitet. Sie fließen auch in den sogenannten Bodenrichtwert ein und sind wichtige Maßstäbe bei der Frage, was auch Privatpersonen eigentlich für das „Stückle“, das geerbte Haus oder die Wohnung im Scheidungsfall wirklich ansetzen können.
 
„Im Gutachterausschuss arbeiten Fachleute aus verschiedenen Branchen zusammen“, stellte Helmut Käser fest. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Vermessungsbüros hat ehrenamtlich den Vorsitz des Ausschusses übernommen. Der Ausschuss und die dazugehörige Geschäftsstelle haben mehrere Aufgaben. „Neben der anonymisierten Auswertung der rund 1.200 Kaufverträge, die in den drei Kommunen pro Jahr abgeschlossen werden, erstellt der Ausschuss auch selbstständig Wertgutachten über bebaute oder unbebaute Grundstücke“, führte Benedikt Paulowitsch, Bürgermeister von Kernen, aus. Außerdem werden regelmäßige Marktberichte und Statistiken herausgegeben.
 
„Wir richten für diese Aufgaben eine gemeinsame Geschäftsstelle hier im Fellbacher Rathaus ein“, führte Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull aus. Die Kosten für die drei Stellen in der Geschäftsstelle sowie die Sachkosten werden nach Einwohnerzahl auf die drei Kommunen umgelegt. Die Gemeinderäte von Weinstadt, Kernen und Fellbach haben der Gründung des gemeinsamen Ausschusses „Unteres Remstal“ zugestimmt und die Interkommunale Geschäftsstelle unter der Leitung von Stefanie Tempes nimmt am 1. Juli 2020 offiziell die Arbeit auf. „Mit der gemeinsamen Geschäftsstelle vertiefen wir unsere Zusammenarbeit weiter, außerdem können die Bürger die Geschäftsstelle einfach in Anspruch nehmen und hier Gutachten anfordern“, sind die drei Bürgermeister überzeugt. Sie unterzeichneten die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zur Gründung der Geschäftsstelle, die unter anderem auch die Zusammensetzung des 22-köpfigen Gutachterausschusses (10 Vertreter der Stadt Fellbach, 6 der Stadt Weinstadts, 4 Vertreter Kernens und 2 Vertreter des Finanzamtes)  und die Kostenverteilung regelt.

Bürgermeister Benedikt Paulowitsch, Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und Oberbürgermeister Michael Scharmann bei der Vertragsunterzeichnung
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